Ansprache zur Eurythmie
Bis jetzt haben wir, wenn wir solche Darstellungen des Dramatischen versucht haben, immer dasjenige, was einfach den Menschen in seinem Leben in der physischen Welt darstellt, das so dargestellt, wie es sonst auf der Bühne dargestellt wird. Nur das Hereinragen des Übersinnlichen stellen wir so dar, dass wir zu dem das Eurythmische zu Hilfe nehmen, wie Sie es auch heute sehen werden. Aber es wird auch noch gelingen, für den inneren Bau des Dramas, für die Plastik und das Musikalische in der dramatischen Handlung selbst bei Weiterentwickelung der eurythmischen Kunst etwas zu erreichen. Denn wir stehen durchaus mit dieser eurythmischen Kunst im Anfange. Das bitte ich Sie auch heute zu berücksichtigen. Wir bilden uns durchaus nicht ein, schon etwas Vollkommenes zu bieten; aber diejenigen verehrten Zuschauer, die vielleicht schon einmal da waren und vor Monaten etwas gesehen haben, die werden ja bemerken, wie wir versucht haben gerade in den letzten Monaten - namentlich, indem wir die Formen über größere Satzstrukturen über den Bau eines Gedichtes versuchen auszudehnen, einzubeziehen die innere Form der Dichtung in die Raumesform der Bewegung -, wie wir dadurch wiederum um ein Stück vorwärtsgekommen sind in dieser eurythmischen Kunst.
Cite:
GA 277b/1920-04-17/p014 · edition original