{"corpus":"steiner","locus":"GA 277b/1920-05-01/p005","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Gestatten Sie, dass ich auch heute - wie immer vor diesen eurythmischen Darbietungen - einige Worte voraussende. Es geschieht das nicht, um den Inhalt der Vorstellungen selbst etwa zu erklären, denn Künstlerisches muss selbstverständlich durch den unmittelbaren Eindruck wirken und die Voraussendung einer Erklärung wäre eigentlich etwas Unkünstlerisches. Allein, es wird versucht mit dem, was wir hier Eurythmie nennen, aufzufinden neue Möglichkeiten des künstlerischen Wirkens, neue Möglichkeiten der Bewegungen, [nämlich] dass in der Eurythmic angestrebt wird eine Art von wirklicher stummer Sprache. Sie werden auf der Bühne Bewegungen des einzelnen Menschen sehen, Bewegungen gegenseitiger Positionen von Menschengruppen. Dasjenige, was durch den einzelnen Menschen oder durch Menschengruppen zum Ausdrucke kommt, das ist nicht so gemeint, dass Gebärdenspiel oder Pantomimisches oder irgendetwas anderes Mimisches im Spiele wäre, das zufällig gefunden wäre, um auszudrücken das begleitende Dichterische oder das begleitende Musikalische. Sondern dasjenige, was hier als Bewegungen sich darbietet, ist so gesetzmäßig aus der ganzen Organisation des Menschen herausgeholt, wie die Lautsprache selbst herausgeholt ist. So wie nicht der einzelne Laut mimisch gedeutet werden kann, so kann auch nicht die einzelne Gebärde, die in der Eurythmie auftritt, mimisch oder tänzerisch gedeutet werden, sondern es handelt sich darum, dass - wenn ich den Goethe’schen Ausdruck gebrauchen darf - durch sinnlichübersinnliches Schauen gewissermaßen die Gesetzmäßigkeiten der Lautsprache gefunden werden können.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Ansprache zur Eurythmie","site_heading":null,"date":"1920-05-01","location":null,"word_count":215,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/277b/1920-05-01/p005","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/277b/1920-05-01/p005"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/277b/1920-05-01/p005"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}