Ansprache zur Eurythmie
In der Eurythmie haben wir das Merkwürdige, dass wir den Menschen selber als das Werkzeug verwenden, durch das ausgedrückt wird. Und wie der Mensch auch sonst der ganzen Welt gegenüber erscheint als eine Zusammenfassung, als ein Mikrokosmos, als eine kleine Welt, so bietet er insbesondere dann, wenn man dasjenige, was sonst zur Befriedigung des egoistischen oder des sozialen Willens aus den Gliedern hervorgeht, wenn man das verwendet als Ausdrucksmittel für dasjenige, was die menschliche Seele erlebt, erlebt zum Beispiel durch die Dichtung, erlebt durch die Musik, dann erhält man dadurch, dass der Mensch selbst Ausdrucksmittel ist in dieser Darstellung, bei der man ja den Blick auf den Menschen selbst hinrichtet, man erhält dadurch ein sinnliches Bild.
Cite:
GA 277b/1920-05-01/p010 · edition original