Ansprache zur Eurythmie
Und dieses sinnliche Bild ist durch und durch, weil es eben vom Menschen selber gebildet wird, durchseelt, durchgeistigt. Es erscheint ja wirklich unmittelbar ein Sinnlich-Übersinnliches: ein Physisches — der Mensch in Bewegung - zu gleicher Zeit so, dass wir wissen, dasjenige, was da im Raume Bewegungen darstellt, ist geistig-seelisch belebt. Das gibt die Möglichkeit, Sinnlich-Übersinnliches vor uns zu entfalten. Und sinnlich-übersinnlich muss ja der Inhalt jeder wahren Kunst sein. Wenn die Kunst sich durchtränkt von Ideen, von Gedanken, so wird sie eben unkünstlerisch. Je mehr das gedankliche Element vorliegt in der Kunst, desto weniger künstlerisch ist die Kunst.
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GA 277b/1920-05-01/p011 · edition original