{"corpus":"steiner","locus":"GA 277b/1920-05-01/p014","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Nun sehen Sie, man verspürt das auch, wenn man das individuell Menschliche wirken lassen will. Man verspürt es an der Sprache, wenn man dasjenige, was Inhalt des Willens ist, in die Wortformen gießen soll. Vielleicht erscheint es vielen der verehrten Zuhörer paradox, aber es ist doch so: Wer ein gewisses feines Mitfühlen hat für dasjenige, was man heute empfinden kann in einem vorgerückten Stadium der Menschheitsentwicklung, was man innerlich erleben kann, wenn man das ausdrücken will in der konventionellen Sprache, dann ist es so, wie wenn einem das, was man erlebt, mehr oder weniger in der Kehle stecken bleibt. Nur Menschen, die ein gewisses Talent dafür haben, im Konventionellen aufzugehen, auch wenn sie Dichter sind, die finden sich befriedigt an der Lautsprache im Ganzen. Man kann sagen: diese Lautsprache, die nötigt uns überall, unkünstlerisch zu werden, weil sie in das gedankliche Element, das beim Fortschreiten in der Zivilisation immer konventioneller und konventioneller wird, hineingeht, weil sie das gedankliche Element bevorzugt. Dieses gedankliche Element [haben wir] ja nur in der begleitenden Rezitation, die aber auch auf das Künstlerische zurückgehen muss, sonst könnte sie gar nicht einhalten den parallelen Gang zur eurythmischen Darbietung. Dagegen in der eurythmischen Darbietung haben wir ganz und gar das menschlich Willensmäßige einer Dichtung oder ein Musikalisches, da haben wir ganz und gar - wenigstens die Möglichkeit haben wir, das rein Künstlerische zum Ausdrucke zu bringen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Ansprache zur Eurythmie","site_heading":null,"date":"1920-05-01","location":null,"word_count":228,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/277b/1920-05-01/p014","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/277b/1920-05-01/p014"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/277b/1920-05-01/p014"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}