{"corpus":"steiner","locus":"GA 277b/1920-07-11/p006","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Will man Eurythmie in ihrem Wesen verstehen, so muss man darauf eingehen, welches ihre Quellen sind. Es ist die sinnlich-übersinnliche Beobachtung jener Bewegungstendenzen, die der menschliche Kehlkopf und alles das, was mit den Sprachorganen zusammenhängt, ausdrückt, wenn die Lautsprache ertönt. Nicht diejenigen Bewegungen sind gemeint, die als unmittelbare Zitterbewegungen, als Schwingungen übergehen in die äußere Luft, sondern diejenigen Bewegungen sind gemeint, die diesen Zitterbewegungen als Bewegungstendenzen zugrunde liegen. Bewegungen, die sprachorganisch mehr ausführen wollen, als dass sie wirklich ausführen. Aber das sinnlich-übersinnliche Schauen - um diesen Goethe’schen Ausdruck zu gebrauchen kann diese Bewegungen beobachten und sie dann nach dem Metamorphoseprinzip auf den ganzen Menschen übertragen. So wie Goethe namentlich die ganze Pflanze in ihrer Kompliziertheit eben als ein in der einzelnen Gliederung vermannigfaltigtes Blatt, eigentlich nur ein komplizierter gewordenes Blatt sieht, so ist dasjenige, was Sie wie einen Kehlkopf als ganzen Menschen vor sich auf der Bühne sehen, eben umgewandelt dasjenige, was beim gewöhnlichen Zuhören der menschlichen Sprache natürlich nicht beachtet wird, was aber doch durch sinnlich-übersinnliches Schauen als Bewegungen, als eine innere Eurythmie der Sprachorgane beobachtet werden kann. Das ist übertragen auf den ganzen Menschen. Die einzelnen Bewegungen, die der Mensch ausführt oder die Menschengruppen ausführen, sind also genau so zu beurteilen, wie die menschliche Sprache selbst nach der inneren Gesetzmäßigkeit.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Ansprache zur Eurythmie","site_heading":null,"date":"1920-07-11","location":null,"word_count":212,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/277b/1920-07-11/p006","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/277b/1920-07-11/p006"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/277b/1920-07-11/p006","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}