Ansprache zur Eurythmie

GA 277b/1920-07-11/p017 ·1920-07-11 · original (original)
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Es wird zum Beispiel gerade in der von Emil Molt begründeten Waldorfschule in Stuttgart dieses beseelte Turnen, die Eurythmie, eingeführt. Es wird dadurch ein wesentlich[es] didaktisch-pädagogisches Element gewonnen. Und noch in mancher anderen Beziehung wird man sehen, dass diese Eurythmie dasjenige vielleicht den Menschen des gegenwärtigen Zeitalters geben kann, was von anderer Seite her nicht kommen kann. An was dachte man alles, bevor dieser Krieg entbrannt ist - da dachten die Leute daran, olympische Spiele aufzuführen. Es ist geradeso, wie wenn man dem Menschen in einem gewissen Lebensalter nicht dasjenige geben wollte, was für ihn gut ist, sondern etwas, was für ein ganz anderes Lebensalter gut ist. Man sieht eben heute alles nur abstrakt und intellektuell, aktuell ein, und nicht aus der Wirkung heraus. Die olympischen Spiele waren das Natürliche für dasjenige, was der Mensch in jenem Zeitalter brauchte. Heute brauchen wir etwas ganz anderes als olympische Spiele. Heute brauchen wir etwas, was den Menschen auch seelischgeistig hineinstellt in den ganzen Weltzusammenhang. Und so sind die olympischen Spiele und alle die Gedanken, die auf Ähnliches hinzielen, nichts anderes als ein gewisser Dilettantismus gegenüber der menschlichen Kulturentwicklung.

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