Ansprache zur Eurythmie
Gestatten Sie, dass ich heute wie sonst vor diesen Versuchen einer eurythmischen Darstellung einige Worte voraussende. Es geschieht nicht, um etwa die Vorstellung zu erklären. Künstlerische Versuche, welche erst Erklärungen nötig hätten, wären ja keine solchen. Kunst spricht durchaus durch sich selbst, auch für den unmittelbaren Eindruck soll sie verständlich sein. Nun aber ist es bei dieser eurythmischen Kunst so, dass der Versuch gemacht wird, aus anderen Kunstquellen heraus, als die bisher gewohnten sind, und durch eine andere Formensprache etwas zu schaffen. Und über diese Quellen und über diese Formensprache sei es mir gestattet, einige Worte zu sagen, auch deshalb, weil ja der ganze Versuch der eurythmischen Kunst noch im Anfange ist und erst bei seiner weiteren Vervollkommnung das wird geben können, was in Wirklichkeit beabsichtigt ist eigentlich.
Cite:
GA 277b/1920-08-15/p005 · edition original