Ansprache zur Eurythmie

GA 277b/1920-08-15/p012 ·1920-08-15 · original (original)
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Diejenigen der verehrten Anwesenden, die öfter schon hier waren, werden sehen, dass wir uns ja bemüht haben in der letzten Zeit etwas weiter zu kommen, insbesondere im Aufbau der Formen. Allein das sind Dinge, die durchaus trotzdem noch im Werden sind. Wir sind selbst die allerstrengsten Kritiker und wissen sehr gut, wieviel im Einzelnen noch fehlt. Es wird sich ja auch später im Großen und Ganzen noch darum handeln, das dramatische Element ins Eurythmische umzusetzen. Daran arbeite ich schon lange, aber es hat sich bis jetzt noch kein Weg gezeigt, während es im Lyrischen, auch im Humoristischen schon im hohen Maße in der letzten Zeit sich geltend machte als gut gelungene Darstellung. Das in neuer Art auszudrücken, nicht nur, was in dem Worte gelegen hat, sondern das wirkliche Formale, also dasjenige, was der Dichter aus dem Inhalte gemacht hat, das auch in der Rhythmik der Bewegungen zum Ausdruck zu bringen, das ist ja unser Ideal: Nicht die unmittelbare Empfindung, wie es auch beim Musikalischen ist, nicht dasjenige, was eine Zufallsverbindung zwischen Gebärde und innerem seelischen Erlebnis ist, zum Ausdruck zu bringen, sondern etwas so Gesetzmäßiges, wie es in der Lautsprache selbst vorliegt.

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Cite: GA 277b/1920-08-15/p012 · edition original