Ansprache zur Eurythmie

GA 277b/1920-08-15/p014 ·1920-08-15 · original (original)
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Wer nicht durchschauen kann zu diesem eurythmischen Elemente, der gelangt auch nicht zu einem Verständnisse des eigentlich Künstlerischen auch in der Dichtung. Und diesem Trachten muss auch folgen die Rezitation, die auch nicht ihr Ideal hier darinnen sehen kann, wie besonders der wortwörtliche Inhalt hervorgehoben, gedämpft und dergleichen wird, was man gegenwärtig als das Ideal des Rezitatorischen ansieht, sondern dasjenige, was in dem Wie liegt, in dem formellen Elemente, in dem sich bewegen der Gedanke und Empfindungen, ganz abgesehen vom wortwörtlichen Inhalt, der mehr eine Leiter für das eigentlich Künstlerische ist und nicht dieses selbst. Das muss auch in der Rezitation zum Ausdruck kommen. Anders würde man in der Rezitation diese eurythmische Kunst gar nicht in Wirklichkeit begleiten können. Heutige Rezitationskunst, wie man sie im Allgemeinen betrachtet, ist etwas, was neben der Eurythmie nicht mehr gehen kann. Aber gerade dadurch wird sich Aussicht eröffnen, dass unsere unkünstlerische Zeit wiederum zu künstlerischem Empfinden zurückkehrt, wenn man sieht, dass etwas, was ja nur in dem eigentlich künstlerischen Sinne aufgefasst werden kann wie diese Eurythmie, auch ausstrahlen wird für die Schwesterkünste etwas an eigentlich künstlerischem Element über das bisher Künstlerische.

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