2. Ansprache zur Eurythmie

GA 277c/1920-10-03/p010 ·1920-10-03 · original (original)
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Diejenigen der verehrten Zuschauer, die schon öfter Dornach besucht haben und unsere Versuche sich angeschaut haben im Laufe der Zeit, werden sehen, dass wir immer weiter vorwärtsgekommen sind, indem wir immer mehr dasjenige, was anfangs da war als ein Unvollkommenes im Pantomimischen, im Mimischen, überwunden haben. Im Musikalischen ist das ebenso. Wir können in der Aufeinanderfolge der Bewegungen, in der inneren Harmonie und Disharmonie, ich möchte sagen in dem Thema der Bewegungen dasjenige zur Offenbarung bringen, was auch der Dichter, indem er künstlerisch in der Sprache formt, zum Ausdrucke bringen will. Und so können wir Ernstes in einer entsprechenden eurythmischen Stilform zum Ausdruck bringen, und wir können auch Humoristisches zum Ausdruck bringen. Ich arbeite daran, die Eurythmie auch auszudehnen allmählich auf das Dramatische. Bisher können wir nur solches Dramatisches darstellen wie etwa der Auftritt mit den Geistern im «Faust» oder irgendwelcher andrer sinnlich-übersinnlicher gedachter Gestalten im «Faust». Wir können nur dasjenige darstellen, wo sich das Dramatische in das Übersinnliche erhebt. Es ist noch nicht fertig, was auf diesem Gebiete versucht wird; aber es wird ganz ernst versucht, auch eine eurythmische Form für das rein Dramatische zu finden. Die Dinge brauchen eben durchaus ihre Zeit. Sie brauchen ihre Vertiefung durch das sinnlich-übersinnliche Schauen.

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