8. Ansprache zur Eurythmie

GA 277c/1920-10-17/p004 ·1920-10-17 · original (original)
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Gestatten Sie, dass ich unserer Eurythmie-Aufführung einige Worte voranschicke, nicht um die Vorstellung zu erklären. Bei künstlerischen Dingen darf nicht eine Interpretation oder eine Erklärung vorausgeschickt werden, sie müssen durch sich selber wirken, sonst gehörten sie mitnichten dem Gebiete der Kunst an. Aber dasjenige, was wir uns als Eurythmie denken, namentlich in seiner weiteren Ausführung, das kommt doch aus gewissen künstlerischen Quellen heraus, von denen die Menschheit bisher nur einen sehr geringen Gebrauch gemacht hat, und liegt in einer künstlerischen Formsprache, die auch in den anderen Künsten und überhaupt im künstlerischen Leben bisher kaum angewendet wurde. Denn mit all dem, was sonst ähnlich ist, darf eigentlich unsere Eurythmie doch nicht verglichen werden, denn die Ähnlichkeit könnte nur eine äußerliche sein mit gewissen pantomimischen Künsten, Tanzkünsten und dergleichen. Das alles soll unsere Eurythmie nicht sein, denn sie bedient sich eines besonderen Ausdrucksmittels, welches besteht in einer Art stummer Sprache, die durch Bewegungen wirkt.

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Cite: GA 277c/1920-10-17/p004 · edition original