8. Ansprache zur Eurythmie

GA 277c/1920-10-17/p005 ·1920-10-17 · original (original)
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Und so werden Sie sehen auf der Bühne den bewegten Menschen, das heißt, den aus sich bewegten Menschen - den Menschen, der seine Glieder in einer gewissen Weise bewegt oder auch Menschengruppen, die Bewegungen ausführen, [die] in ihren gegenseitigen Verhältnissen sich verändern in den Raumesverhältnissen, sodass eben auch da Bewegung, gesetzmäßige Bewegung von Menschengruppen entsteht. Das alles ist nun nicht etwa so zustande gekommen, wie zustande kommt, man möchte sagen eine Zufallsgebärde, eine Zufallsgeste mit demjenigen, was sich in der Seele abspielt, sondern all das, was da ausgeführt wird an Bewegungen, steht durchaus in einem solchen Zusammenhange mit dem menschlichen Seelen- und Geistesleben wie die Tonsprachen selbst. Zustande gekommen sind nämlich diese Bewegungen, die da ausgeführt werden von den eurythmisierenden Menschen, so, dass durch sinnlich-übersinnliches Schauen -um mich dieses Goethe’schen Ausdrucks zu bedienen -, durch sinnlich-übersinnliches Schauen beobachtet ist, welche Bewegungstendenzen der Kehlkopf und die anderen Sprachorgane des Menschen haben, wenn der Mensch sich durch die Lautsprache offenbart. Da sind allerdings nur Bewegungstendenzen vorhanden. Denn sowie der Mensch in Berührung ist mit der Außenwelt im Sprechen, so geht dasjenige, was da eigentlich unmittelbar im Kehlkopf und in den Nachbarorganen geschieht, das geht über an die bewegte Luft, durch die ja der Ton vermittelt wird, und die eigentliche Bewegungstendenz, die wird schon im Entstehen unterbrochen.

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