8. Ansprache zur Eurythmie

GA 277c/1920-10-17/p016 ·1920-10-17 · original (original)
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Man muss sagen: Das Turnen mag eine gute Sache sein, es ist den physiologischen Gesetzen des menschlichen Leibes abgelauscht, und dasjenige, was erreicht wird, bezieht sich auch ja eigentlich nur auf das, was Ausbildung des menschlichen Leibes ist. Aber für die Kinder hat dasjenige, was durch Eurythmie an sie herangebracht wird, einen ganz besonderen Wert. Erstens lieben die Kinder, wenn sie sie wirklich kennenlernen, diese Eurythmie ganz außerordentlich, wie das sich in der Waldorfschule im Unterricht gezeigt hat. Dann aber ist die Eurythmie ein beseeltes Turnen. Keine Bewegung wird ausgeführt, ohne dass Geist und Seele hineingelegt wird. Jede Bewegung jedes Gliedes ist der Ausdruck, die Offenbarung eines Geistig-Seelischen. Das ist etwas, in das das Kind so hineinwächst, dass in ihm sein wird Willensinitiative, Seelenkräftigkeit. Und das ist etwas, was der Menschheit heute eigentlich gegeben werden soll, denn cs ist dasjenige, was mit unserem Niedergange am allermeisten zusammenhängt, dass die Menschheit diese Seelenenergie nicht hat und furchtbare Degenerationserscheinungen der Kultur müssten auftreten, wenn die nächste Generation in einer ebensolchen Weise aufgezogen würde mit schläfriger Seele, ohne Energie, wie es zum großen Teile diejenigen Generationen geworden sind, die dann hineingesegelt sind in die furchtbare Katastrophe der Gegenwart.

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Cite: GA 277c/1920-10-17/p016 · edition original