{"corpus":"steiner","locus":"GA 277c/1921-01-30/p018","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Man braucht nicht gleich so weit zu gehen - ich muss das immer wieder darstellen - wie jüngst ein ganz berühmter Physiologe der Gegenwart, der hier anwesend war. Und als ich mit ihm über die Sache sprach, da sagte er mir von seinem physiologischen Standpunkt aus, dass das Turnen überhaupt kein Unterrichtsgegenstand sei, sondern etwas Barbarisches. Wie gesagt, ich will gar nicht so weit gehen, das braucht man nicht, aber ich will durchaus zugeben entgegen diesem Physiologen: Für die körperliche Ausbildung hat das Turnen schon seinen großen Wert, wir wollen es auch durchaus nicht aus dem Unterricht als solchem verbannen. Aber wir setzen ihm zur Seite ein beseeltes, durchgeistigtes Turnen, das tatsächlich nicht nur körperlich bildet, sondern die Willensinitiative und Seeleninitiative ausbildet. Man wird schon sehen, dass die nächste Generation bereits sehr stark dies nötig haben wird, was Eurythmie geben kann - für Erwachsene gilt das ja weniger, aber für Kinder. Es muss durchaus betont werden, dass gerade in den zivilisierten Sprachen, wo ja vieles konventionell geworden ist, dieses Konventionelle, das ja vielfach zur Phrasenhaftigkeit und auch dann zur Lüge führt, das bemächtigt sich ja auch so leicht des Gemütes. Führt man nun Eurythmie in der Schule ein, so ist das eine Sprache, die aus dem ganzen Menschen hervorkommt. In dieser Sprache kann das Kind nicht das Lügen lernen. Deshalb ist es so außerordentlich wichtig, dass man diese Eurythmie auch als ein seelisches Turnen in der Schule noch verwendet, neben dem gewöhnlichen Turnunterricht. Es ist dann zugleich als Lehrgegenstand eine Schule in Wahrhaftigkeit, im Abgewöhnen des Phrasenhaften, des bloß äußerlich Konventionellen und dergleichen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"21. Ansprache zur Eurythmie","site_heading":null,"date":"1921-01-30","location":null,"word_count":263,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/277c/1921-01-30/p018","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/277c/1921-01-30/p018"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/277c/1921-01-30/p018","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}