28. Ansprache zur Eurythmie

GA 277c/1921-04-03/p012 ·1921-04-03 · original (original)
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Und derjenige, der dafür einen Sinn hat, der wird empfinden können, wie man, wenn man begreifend, verstehend vor den Menschen hintreten will, wie man zunächst im Sinne unserer heutigen Wissenschaft über den Menschen denken kann, wie man sich enträtseln wollen kann dasjenige, was im Menschenwesen vor uns steht. Wir kommen dann nicht zurecht. Wollen wir den Gedanken behalten und dennoch den Menschen begreifen, so verfallen wir eigentlich in eine Absurdität. Wenn wir vor dem Menschen stehen, dann müssen wir im Begreifen der Gedanken bis zum Künstlerischen vordringen. Wir müssen vordringen so weit, dass der Gedanke sich in der Betrachtung des Menschen selber verliert, dass das innere Seelenleben zu einem Künstlerischen wird und der Gedanke übergeht in das intuitive Auffassen der menschlichen Gestalt. Das ist eine reizvolle innere Aufgabe. Und gerade an dieser Aufgabe sieht man, wie im Grunde genommen jedes echte wahre Erkennen im Goethe’schen Sinne wiederum überführt zu einem künstlerischen Erfassen der äußeren Welt.

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