{"corpus":"steiner","locus":"GA 277c/1921-04-03/p015","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Man sieht, wie dasjenige, was wahrer Dichtung zugrunde liegt, durch diese Eurythmie zum Vorscheine kommen kann, gerade daran, dass in der deklamatorischen, rezitatorischen Begleitung Anforderungen erstehen, die nicht stimmen mit den in unserer Zeit ja so sehr hervorragend bestehenden, rein prosaischen Anforderungen an das Rezitieren oder Deklamieren. Heute betont man ganz besonders und man findet das sympathisch, heute betont man ganz besonders den Prosainhalt eines Gedichtes. Man sieht darauf, dass diese oder jene Prosanuance, diese oder jene Inhaltsnuance auf diese oder jene Weise im Deklamieren oder im Rezitieren zum Ausdrucke kommt. Man übersieht dabei das eigentlich künstlerische Element, das besteht in dem Rhythmischen, in dem Taktmäßigen oder auch in dem Bildhaftmachenden, was der Dichtung unterliegt. Und es bleibt eine wichtige psychologische Tatsache, dass echte große Dichter wie zum Beispiel Schiller zunächst eine unbestimmte Melodie in der Seele hatten, auf die er dann erst die Worte aufreihte; oder dass Goethe ein Bild in innerem Anschauen hatte, wie das im zweiten Teile des Goethe’schen «Faust» der Fall ist, um dann das Dichterische so auszugestalten, dass er dann an das plastische, malerische Bild aufreihte dasjenige, was der vorherige Inhalt ist.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"28. Ansprache zur Eurythmie","site_heading":null,"date":"1921-04-03","location":null,"word_count":187,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/277c/1921-04-03/p015","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/277c/1921-04-03/p015"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/277c/1921-04-03/p015","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}