28. Ansprache zur Eurythmie

GA 277c/1921-04-03/p018 ·1921-04-03 · original (original)
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Ich will noch hinweisen auf das Dritte, das diese Eurythmie in sich trägt, das ist das didaktisch-pädagogische Element. In der in Stuttgart von Emil Molt errichteten, von mir geleiteten Waldorfschule haben wir neben dem Turnen eingerichtet die Eurythmie als einen obligatorischen Lehrgegenstand. Da ist diese Eurythmie ein beseeltes Turnen. Da ist nicht etwa bloß dasjenige geschaffen, was im Turnen vorliegt - Bewegung des Menschen aus physiologischen Beobachtungen heraus -, da ist dasjenige geschaffen, was schon im Kinde zum Vorscheine bringt Leib, Seele und Geist des Menschen in einheitlicher Bewegung. Und dass es wirklich so empfunden werden kann, dass, man möchte sagen dasjenige, was im Menschen veranlagt liegt, übergeht in seine selbstverständliche Bewegung, das zeigen die Erfolge, die man in der Waldorfschule gerade mit der Eurythmie hat erringen können. Von dem frühesten Schulalter an empfinden die Kinder dieses beseelte Turnen als etwas Selbstverständliches, weil dasjenige, was sie in der Bewegung ausführen, nicht bloß einseitig aus der Körperlichkeit folgt, weil es aus dem ganzen, aus dem vollen Menschen folgt und sich so das Kind, man möchte sagen vom Anfange an in diesem beseelten Turnen menschlich angeregt nach allen Seiten empfindet. Man wird sehen, wie namentlich die Willensinitiative durch dieses Element des Eurythmischen beim Kinde heraufentwickelt werden kann und wie noch manche andere Seite im seelisch-geistig-leiblichen Leben des Kindes ihre Förderung erfahren werden, wenn gerade dieser Unterricht immer mehr und mehr ausgebildet werden kann. So soll auch der Pädagogik und Didaktik von Seiten dieser Eurythmie ein befruchtendes Element zugeführt werden.

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