33. Ansprache zur Eurythmie

GA 277c/1921-05-05/p005 ·1921-05-05 · original (original)
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Der eurythmischen Kunst, von der wir Ihnen eine Probe vorführen wollen, liegt zugrunde eine sichtbare Sprache, die sich in Bewegungen der menschlichen Glieder, namentlich der Arme, der Hände ausdrückt, welche ermöglichen, am meisten seelischen Ausdruck dadurch zu offenbaren. Also dasjenige, was man nennen kann eine sichtbare Sprache, die aber durchaus nicht auf der Willkür beruht, nicht etwa so zustande kommt wie ein mimisches oder pantomimisches oder ein Tanzspiel, sondern diese eurythmischen Formen, diese sichtbare Sprache kommt dadurch zustande, dass durch sinnlich-übersinnliches Schauen wirklich dasjenige beobachtet wird, was zugrunde liegt der menschlichen Lautsprache und dem Gesange als innere Bewegungstendenzen der Sprachorgane und alles desjenigen, was zu den Sprachorganen gehört. So wenig also die Lautsprache und der Gesang irgendwelche Willkür ausdrücken, so wenig stellt diese eurythmische, sichtbare Sprache irgend etwas Willkürliches dar, sondern etwas, was durchaus gesetzmäßig aus dem Wesen des menschlichen Organismus hervorgeht.

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