36. Ansprache zur Eurythmie
Das eigentlich Künstlerische der Dichtung, das bedient sich nur des Gedankens, des wortwörtlichen Inhalts. Aber dasjenige, was das wirklich Künstlerische an der Dichtung ist, das ist die besondere Formung der Sprache, das ist das Verhältnis des einen und des anderen Lautes, des hohen und des tiefen Tones und so weiter, und so weiter. Es ist dasjenige, was voraussetzt, dass der Mensch nun nicht nur ein Verständnis hat für das Sinnvolle, das durch seine Sprache sich äußert, sondern ein Verständnis auch hat für das Lautliche, für das Tonhafte selber.
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GA 277c/1921-05-16/p011 · edition original