52. Ansprache zur Eurythmie
Und was vor allen Dingen in Betracht kommt, das ist, sobald man ins Dramatische übergeht, diejenigen Szenen, welche behandeln, sagen wir etwa wie manche Szenen in Goethes zweitem Teil des «Faust», die wiederum szenischen Verhältnisse zu überwinden, die also naturalistisch gedacht sind, dass man einfach notwendig hat, zu einem gewissen Stil zu kommen, dass man da nicht einfach durch naturalistische Gesten dasjenige darstellen kann, was vom Dichter gegeben wird. Da gerade, wo Übersinnliches in den Szenengang sich einfügt, da sieht man, wie man an der Eurythmie etwas hat, wo man loskommen kann von demjenigen, von dem in solchen Fällen ja auch der Dichter loskommen will: von demjenigen, was sich bloß in naturalistischen Wiedergaben erschöpfen kann.
Cite:
GA 277c/1921-10-16/p016 · edition original