53. Ansprache zur Eurythmie
Da tritt dann vor ihn als Ausgestaltung seiner Selbsterkenntnis, seines Sich-selbst-Anschauens etwas wie eine Art Doppelgänger. Dieser Doppelgänger, er steht dem Johannes Thomasius gegenüber, um ihn gewissermaßen zur Besinnung zu bringen. Johannes weiß gar nicht mehr, wie er eigentlich die Verhältnisse zu Maria, zu Benediktus, zu Capesius, zu Strader auffassen soll. Da macht ihn der Doppelgänger vor allen Dingen darauf aufmerksam: «Du musst dich selber in all deinen Tiefen erkennen, musst dir klar darüber sein, dass du eigentlich deine eigene Jugend nicht mehr vor deiner Seele hast. Ich werde dir vorführen den Geist deiner eigenen Jugend. Dasjenige, was du als ganz junger Mensch durchgemacht hast, das muss wiederum vor deiner Seele stehen, denn in Wirklichkeit lebt es in den unterbewussten Untergründen deiner Seele. Nur wenn du es da heraufholst, dann ist es wieder dein Eigentum; sonst bleibt es eben im Unbekannten, das in unbekannten Untergründen ist. Und du wirst im Leben zurechtkommen, nachdem du alles erfahren, was dir eben zuteil geworden ist im Verkehr mit anderen Menschen, die auch Tiefen durchgemacht haben.»
Cite:
GA 277c/1921-10-23/p020 · edition original