Ansprache zur Eurythmie

GA 277c/1921-12-31/p007 ·1921-12-31 · original (original)
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Die menschliche Organisation ist ja so veranlagt, dass in ihr die Form, die uns entgegentritt, eigentlich, wenn man sie unbefangen betrachtet, immer zu gleicher Zeit dasjenige zeigt, was als Bewegung aus dieser Form werden kann. Wenn man eine menschliche Hand, einen menschlichen Arm fasst - man kann die Form des Armes, die Form der Hand nicht verstehen, wenn man sie bloß als ruhende [Formen] ansieht. Das, was in ruhiger Form ist, das versteht man erst, wenn der Arm eine Bewegung durchmacht. Es ist wie selbstverständlich die ruhende Form die eben zur Ruhe gekommene Bewegung. Und die Bewegung ist etwas, das unmittelbar wie aus der ruhenden Form hervorkommen muss. Gerade dadurch ist es aber möglich, aus der ruhenden menschlichen Form durch Bewegung, die in ihrer ganzen Wesenheit schon in der Form selbst begründet ist, etwas wie eine Sprache hervorgehen zu lassen. Und von diesem Gesichtspunkte aus wird die Eurythmie etwas wie eine bewegte Plastik.

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