Ansprache zur Eurythmie

GA 277c/1922-05-07/p009 ·1922-05-07 · original (original)
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So hat man in der Eurythmie etwas zu sehen, was dann zur Kunst weiter ausgestaltet werden kann, wie etwa in der Dichtung durch die Sprachbehandlung die Sprache künstlerisch ausgestaltet wird. Wenn man daher ein Dichtwerk oder ein musikalisches Werk hat, so kann man ebenso durch diese sichtbare Sprache der Eurythmie das Dichterische ausdrücken, wie man zum Musikalischen durch diese Bewegungen, die ja eben eine Tonfolge darstellen, singen kann. Man kann sichtbar singen. Es wird sich nicht darum handeln, die einzelnen Gebärden im unmittelbaren Zusammenhang mit dem dichterischen Laut oder musikalischen Ton zu betrachten, sondern geradeso, wie man das Musikalische selber in der Tonfolge und in der Harmonie etwa sieht, so muss man dieses Harmonische in den Bewegungen künstlerisch auffassen bei unserer Eurythmie. Dies muss man ins Auge fassen, und man kann wirklich nicht von eurythmischen Darstellungen so sprechen, dass man sagt, es handele sich darum, dass man erst die einzelne Gebärde verstehen müsse. Das würde genau dasselbe sein, wie wenn man den einzelnen Laut untersuchen wollte bei irgendetwas, was als Dichterisches in der Deklamation und Rezitation auftritt.

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