Ansprache zur Eurythmie

GA 277c/1922-05-07/p013 ·1922-05-07 · original (original)
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Aber auch zu den tönenden Künsten kann die Eurythmie in einen gewissen Bezug gebracht werden. Was der Mensch in seinem Gefühl erlebt, das ist ja etwas, was intim im menschlichen Innern sich abspielt und was sich eigentlich auch, ich möchte sagen nur in einer intimen Weise äußerlich am Menschen selbst zur Darstellung bringt, etwa wenn der Mensch im Schamgefühl errötet, wenn er im Furchtgefühl erblasst. Wir sehen schon, dass dasjenige, was im Gefühle lebt, in den menschlichen Organismus sich hineinergießt, aber eben in einer zurückgehaltenen Weise. Dagegen können wir die Gefühle künstlerisch eben im musikalischen Elemente formen - und mit Recht ist ja die Musik bezeichnet worden als die Kunst, die es mit dem menschlichen Gefühl vorzugsweise zu tun hat. Wenn wir dann ein anderes Element in dem menschlichen Seelenleben betrachten, das der Außenwelt schon näher liegt als das Fühlen, so ist es das Denken, die Vorstellungswelt. Diese bringt sich dann durch den Willen in der Sprache selbst zum Ausdrucke, und da haben wir dann in der sprachlich gestalteten Vorstellungswelt eben dasjenige, was die Dichtung als Kunst gestaltet.

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Cite: GA 277c/1922-05-07/p013 · edition original