Ansprache zur Eurythmie

GA 277c/1922-05-07/p014 ·1922-05-07 · original (original)
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Nun können wir aber hinzufügen zu dem Fühlen und zu dem Vorstellen das Wahrnehmen, das heißt das unmittelbare Auffassen der Außenwelt durch die Sinne. Wir erleben die Außenwelt in Farben, in Tönen, [indem wir] unmittelbar sinnlich hingegeben [sind] an diese Außenwelt. Und es frägt sich, ob man das, was wir da an der Außenwelt erleben, geistig gestalten kann. Man kann es, nur muss man dann so — wie man bei dem geistigen Gestalten der Gefühle zu den musikalischen Tonfolgen greift, wie man bei dem Vorstellungsmäßigen zu den sprachlichen Ausdrucksformen greift, zu der dichterischen Kunst -, nur muss man zu der willensmäßigen Bewegung eben in der eurythmischen Kunst greifen, wenn man dasjenige, was der Mensch an der äußersten Peripherie seines Wesens durch die Sinneswahrnehmung zusammen an der Außenwelt erlebt, künstlerisch gestalten will. So gesellt sich Eurythmie zum Musikalischen, zu Sprache und Ton als ein Drittes hinzu, als eine Sprachgestaltung der Wahrnehmung, wie die Dichtung sichtbar machen kann die Vorstellung und wie die Musik die künstlerische Gestaltung der Gefühlswelt des Menschen ist. Man sieht, in welch organischer Weise Eurythmie hinzutritt zu den anderen Künsten und sie ergänzt.

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