Vortrag zur Eurythmie
Am 4. August 1922 stellte Rudolf Steiner den Eurythmisten und interessierten Mütgliedern am Goetheanum die ersten zwölf Eurythmiefiguren vor, die er mit der englischen Bildhauerin Edith Maryon (1872-1924) entwickelt hatte. «Am Rednerpult», so berichtet Tatiana Kisseleff, «standen rechts und links zwei hohe Gestelle, auf welchen sich etwas befand, was mit Papier bedeckt war. Rudolf Steiner hielt einen Vortrag über die künstlerischen Mittel der verschiedenen Künste [...), ging dann über zur Eurythmie und wies darauf hin, dass diese Kunst die in dem Wesen des Menschen liegenden Expressionen benütze: Bewegung, Gefühl und Charakter, und dass das künstlerische Mittel der Eurythmie der ganze Mensch sei. Nach dem Vortrag stieg Rudolf Steiner vom Rednerpult herunter und mit den Worten: «... um denjenigen Hilfe zu bieten, welche sich in der Eurythmiekunst üben und sich vervollkommnen wollen, wurden diese figuralen, farbigen Darstellungen einzelner Lautformen gemacht, nahm er das Papier weg, und wir erblickten eine Reihe von ausgeschnittenen, farbigen Holzfiguren.»
Cite:
GA 277c/1922-08-04/p003 · edition original