Vortrag zur Eurythmie

GA 277c/1922-08-04/p014 ·1922-08-04 · original (original)
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Aber wir dürfen nicht vergessen, dass Eurythmie eben cine wirkliche sichtbare Sprache und als solche ein Seelenausdruck ist wie die Lautsprache. Sodass also dasjenige, was die Eurythmie zur Darstellung bringt, für das Auge so wirken muss lediglich durch ihre Kunstmittel, wie die Lautsprache auf und durch das Ohr wirkt. Es wäre also durchaus falsch, wenn jemand glauben würde, dass ohne Weiteres bei der Eurythmie die gewöhnliche Mimik oder Physiognomie irgendeine Bedeutung hätte. Diese gewöhnliche Physiognomie oder diese gewöhnliche Mimik des Gesichtes hat gar keine Bedeutung, sondern alles dasjenige, was nur zur Bewegung gehört. Der Zuschauer muss also völlig vergessen können über dem Wesen der Bewegung, was in mimischer oder sonstiger Weise der eurythmisch Darstellende für ein Gesicht macht oder hat. Im idealen Sinne kommt es also gar nicht darauf an, ob der Eurythmisierende ein schönes Gesicht oder ein hässliches Gesicht hat - was ja niemals vorkommt bekanntlich. Also angenommen nur - es tut aber trotzdem nichts. Nun, es muss vollständig die Aufmerksamkeit durch die Bewegung selber auf die Bewegung konzentriert werden können.

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