Vortrag zur Eurythmie

GA 277c/1922-08-04/p015 ·1922-08-04 · original (original)
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Aber Eurythmie ist eben doch als Bewegung Sprache, ist Ausdruck eben der menschlichen Seele. Und niemand wird, sagen wir zum Beispiel als Rezitator oder als Bildhauer einen Laut oder Lautzusammenhang gestalten können oder eine Fläche formen können, wenn er nicht ein Gefühl hat, ein Gefühl mit der gekrümmten Fläche, mit der Gestaltung des Lautes oder des Lautzusammenhanges. Es kommt nicht so sehr darauf an, dass der Darstellende just in dem Momente seiner Darstellung - er würde sich dadurch nur beirren -, wenn er im Momente seiner Darstellung ein naturalistisches Gefühl hätte, wie’s im Zuschauer oder Zuhörer erregt werden soll. Sondern es kommt darauf an, dass er just den Lautzusammenhang, die Lautgestaltung, dass er diese fühlt. Und es kommt darauf an, dass der Bildhauer die Fläche fühlt. Der Bildhauer hat ein anderes Gefühl, wenn er eine runde oder eine ebene Fläche fühlt. Da ist nicht dasselbe Gefühl, das man darstellen will, das ist das künstlerische Gefühl, das man entwickelt innerhalb des Bereiches der Kunstmittel.

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