Ansprache zur Eurythmie
Es ist ja zu hoffen, dass die elektrische Beleuchtung bald wiederum angeht, und dass wir also die Vorstellung haben können. Vorläufig ist es ja noch nicht soweit. Ich werde mir erlauben, die kurze Einleitung, die ich stets vor diesen Aufführungen zu sprechen habe, auch heute wiederum zu sprechen. Nicht um etwa die Vorstellungen des eurythmischen Versuches, den wir hier unternehmen, zu erklären. Erklärungen von Künstlerischem sind ja selber unkünstlerisch, denn Kunst muss durch sich selbst in ihrem unmittelbaren Eindruck sprechen. Das ist ja insbesondere bei der Eurythmie der Fall. Aber dasjenige, was wir hier als Eurythmie versuchen, schöpft aus heute noch nicht gewohnten künstlerischen Quellen und bedient sich einer künstlerischen Formsprache, künstlerischer Mittel, die ebenso heute noch ungewohnt sind. Und über diese künstlerischen Mittel und Quellen gestatten Sie mir, eben ein paar Worte zu sprechen.
Cite:
GA 277c/1922-09-24/p006 · edition original