Ansprache zur Eurythmie

GA 277c/1922-09-24/p010 ·1922-09-24 · original (original)
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Sodass ich sagen kann: Eurythmie ist das Sichtbarmachen derjenigen Bewegungen, die beim Sprechen und Singen zwar im ganzen Menschen erlebt werden, aber sogleich auch im Entstehen umgewandelt werden in die Kehlkopfbewegungen. Ich muss also sagen: Eurythmie studiert durch sinnlich-übersinnliches Schauen - um diesen Goethe’schen Ausdruck zu gebrauchen - die Bewegungen der Gesangsorgane, die Bewegungen der Sprache, dasjenige, was man nur sinnlich-übersinnlich schauen kann, weil es im Kehlkopf gar nicht zur äußeren Offenbarung kommt, sondern zu ganz kleinen Vibrationen wird, in nicht hörbaren, in nicht sichtbaren Bewegungen, sondern [in] kleinen Vibrationen der Luft mitgeteilt wird. Das wird namentlich durch die ausdrucksvollsten menschlichen Gliedmaßen, durch Arme und Hände, in der Eurythmie wie eine sichtbare Sprache zur Offenbarung gebracht. Und diese sichtbare Sprache kann eben auch durchaus künstlerisch dann gestaltet werden - wie die Lautsprache vom Dichter künstlerisch gestaltet werden kann.

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