Ansprache zur Eurythmie

GA 277c/1922-09-24/p013 ·1922-09-24 · original (original)
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Nur ist zu betonen, dass Rezitation und Deklamation, indem sie parallel verlaufen zu dieser sichtbaren Sprache der Eurythmie, wiederum zurückgeführt werden müssen zu dem, was sie waren in Zeitaltern, die mehr künstlerisch gesprochen haben als heute. Goethe hat ja noch mit dem Taktstock in der Hand selbst seine Jambendramen mit seinen Schauspielern so einstudiert wie ein Kapellmeister die Opern, weil es ihm mehr ankam auf die künstlerische Gestaltung des Sprachlichen denn auf das Pointieren des Prosainhaltes. Das ist dasjenige, wozu wir wiederum kommen müssen, dass rezitiert und deklamiert wird in künstlerischer Gestaltung. Sodass entweder das Musikalische der Sprache oder das Bildhaft-Imaginative der Sprache gerade durch Rezitation oder Deklamation zur Offenbarung kommt. Und das ist die Art, wie wir hier Rezitation und Deklamation ausbilden, indem wir immer wieder zurückkehren zu künstlerischeren Zeitaltern, als das heutige ist, durch das Goethe’sche Schauen.

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