Ansprache zur Eurythmie

GA 277c/1922-11-05/p008 ·1922-11-05 · original (original)
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Wenn der Mensch in seinem Kindesalter ist, dann bringt es die Welt mit sich, dass aus seiner Organisation herausgeholt werde die Lautsprache und auch die Möglichkeit des Singens. Eine bewegte sichtbare Sprache und ein sichtbarer Gesang soll die Eurythmie sein. Sie ist das in der Weise, dass durch ein sorgfältiges Studium in sinnlich-übersinnlichem Schauen zunächst festgestellt worden ist, welche Bewegungen der Mensch aus seinem ganzen Wesen heraus ausführen möchte, aber sie zurückhält, wenn er sich äußert durch die Lautsprache oder durch den Gesang. Da ist es ja so, dass dasjenige, was zunächst sich äußern kann bei dem Menschenwesen, solange es nicht spricht, bei dem Kinde, als innere Willensemotion, als Gefühlsinhalt, dass sich das in unartikulierter, in chaotischer Weise äußert. Dann greift die menschliche Organisation ein in dasjenige, was sonst, wenn der Mensch sich bewegen würde bei seiner sprachlichen oder gesanglichen Mitteilung, was sonst Geste wird - das verwandelt sich in Gedanken.

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Cite: GA 277c/1922-11-05/p008 · edition original