Ansprache zur Eurythmie
So könnte man sagen: Der Mensch hat gewissermaßen zwei Pole, den Gedankenpol und den Willenspol. Die gewöhnliche Lautsprache und der gewöhnliche Gesang, sie bringen in Täugkeit den Gedankenpol des Menschen, der hineingeleitet wird in den Luftstrom. Die Eurythmie bringt in Tätigkeit den Bewegungs- oder Willenspol des Menschen. Sodass der ganze Mensch gewissermaßen auf der Bühne vor uns zu einer Art Kehlkopf wird, nur dass jetzt die Bewegungen, indem sie aus dem Willen hervorgehen - weil sie ja nicht zu der Ruhe des Gedankens und damit zur Bildhaftigkeit gekommen sind, sondern als Bewegungen ablaufen nur -, eine sichtbare Sprache, einen sichtbaren Gesang darstellen.
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GA 277c/1922-11-05/p011 · edition original