Ansprache zur Eurythmie

GA 277c/1922-12-31/p019 ·1922-12-31 · original (original)
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Man kann ja auch zum Beispiel, wenn man irgendwie rein Musikalisches - Instrumental-Musikalisches will ich sagen - aufführt, man kann ja unter Umständen durch Beleuchtungseffekte Parallelerscheinungen, Lichtparallelerscheinungen hervorrufen, die ungefähr auch in ihrer Aufeinanderfolge einen ähnlichen Eindruck hervorrufen wie die musikalische Form oder der musikalische Inhalt. Aber es ist etwas ganz anderes, so etwas etwa, sagen wir in der Operndarstellung zu tun und es zu tun bei unserer eurythmischen Darstellung. Bei der Operndarstellung wird man immer das Gefühl haben, dass die Beleuchtungseffekte doch eigentlich nur etwas sind wie die Begleitung des Kunstwerkes, etwas, was von außen sich zum Kunstwerke hinzugesellt, während hier die Beleuchtungseffekte streng innerlich sich mit dem Kunstwerke, nämlich mit dem eurythmischen Kunstwerke verbinden. Sodass man auch die Empfindung bekommt: Wie die Stimmung beim Singen gewissermaßen vom Menschen ausströmt, nach allen Seiten des Raumes ausströmt, und wie man diese ausströmende Stimmung gewissermaßen als Lichtwirkungen darstellen könnte, so ist die ganze Stimmung, in die das Bühnenbild durch Beleuchtungseffekte bei einer eurythmischen Aufführung gebracht werden muss, diese Stimmung ist wie etwas, das nun nicht ausstrahlt von den eurythmisierenden Gestalten, sondern das so wirkt, wie wenn die eurythmisierenden Gestalten diese Lichtkörper, diese Lichtmassen einsaugen, einatmen würden, wie wenn sie sich zu ihnen hinbewegen würden, wie wenn sie ihrer bedürfen würden.

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