Eurythmie-Aufführung
Wenn wir einem etwas lebhafteren Menschen zusehen, wie er spricht, so finden wir, dass er, wenn er das nicht durch eine besondere Erziehungskonvention sich abgewöhnt hat, seine sprachliche Offenbarung begleitet durch allerlei Gebärden. Wir sehen Gebärden angewendet bei der Bejahung, wir sehen Gebärden angewendet bei der Verneinung, wir sehen Gebärden angewendet, wenn dieses oder jenes Gefühl in Betracht kommt, wenn dieses oder jenes Gefühl den Inhalt unserer Sprache begleitet und wenn wir in einer noch ausdrucksvolleren Weise als durch die Nuancierung der Sprache selbst auf dieses Gefühl hindeuten wollen. Durch diese gewöhnlichen Gebärden, die ja auch in der mimischen Kunst verwendet werden, deutet man aber eigentlich nur dasjenige an, was von Gefühls- oder Willensimpulsen das Sprachliche durchzieht.
Cite:
GA 277d/1923-02-11/p008 · edition original