Ansprache zur Eurythmie
Dann drückt sich in dem bewegten Menschen, dessen Bewegungen, namentlich der ausdrucksvollsten Organe, der Hände und Arme, zu einer sichtbaren Sprache werden, dann drückt sich mehr das Seelische aus. Sprechen wir durch die Tonsprache Konsonantisches, so leben in den Konsonanten auf eine mehr objektive Art die Vorgänge in den Dingen. In den Vokalen leben die Empfindungen, die Gefühle, die wir an den Vorgängen der Außenwelt haben, aber abgesondert vom Menschen, vergeistigt. Man möchte sagen: In dem, was hier als sichtbare Sprache als Eurythmie zum Ausdrucke kommt, lebt der Mensch dasjenige, was zum Beispiel dichterisch sich offenbart, als Seele ganz und gar mit; dasjenige, was im Geiste des Menschen lebt, wird durch die Eurythmie beseelt. Auch die Eurythmie ist imstande — geradeso die Sprache -, das Vokalische in der Bewegung zu gestalten, ebenso [wie] das Konsonantische.
Cite:
GA 277d/1923-06-09/p009 · edition original