Ansprache zur Eurythmie

GA 277d/1923-07-08/p006 ·1923-07-08 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Die Sprache ist ja zunächst der Ausdruck desjenigen, was der Mensch aus den Tiefen seiner Seele herausholt und äußerlich mit Hilfe seines organischen Werkzeugs mitteilt. Wenn man Sprache und Gesang betrachtet insoferne, als sie Äußerungen des menschlichen Seelenlebens sind, so kommt man eben dazu, erstens in dem Gesang zu sehen eine, ich möchte sagen differenzierte[re] äußerliche Manifestation des menschlichen Seelenlebens als bei der Sprache, namentlich [bei der] zivilisierte[n] Sprache. Die Sprache prägt in den Ton ein den Sinn, und sie wird dadurch zum Laut. Der Laut ist der sinn- oder bedeutungstragende Ton. Dadurch aber, dass Sinn, Bedeutung, das heißt Gedanke in den Laut einzieht, dadurch erhält die Sprache einen unkünstlerischen Einschlag.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/277d/1923-07-08/p006.json
Cite: GA 277d/1923-07-08/p006 · edition original