Ansprache zur Eurythmie
Man kann ja sagen: In dieser Beziehung ist das Allerwenigste, was heute in einer etwas unkünstlerischen Zeit als Dichtung durch die Welt geht, richtige Dichtung, eigentlich keine Dichtung; neunundneunzig Prozent von dem, was heute gedichtet wird, sind ja ganz gewiss keine Dichtungen, sondern höchstens ein Prozent. Denn der Dichter muss nicht den Geist durch die Sprache ausdrücken, sondern den Geist in der Sprache fließen lassen, also in dem Malerischen und in dem Musikalischen der Sprache die Offenbarung suchen.
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GA 277d/1923-07-08/p008 · edition original