Ansprache zur Eurythmie

GA 277d/1923-07-08/p009 ·1923-07-08 · original (original)
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Nun kann man die Sprache sozusagen auf ihre Elemente zurückführen so, dass man beobachtet - und das kann zunächst geisteswissenschaftlich ganz gut geschehen -, wie die menschliche Sprache, so wie wir sie haben und wie sie namentlich jetzt gesprochen wird, ganz und gar bedingt ist von der menschlichen Nerven-Sinnesentwicklung. Alles dasjenige, was die Nerven-Sinnesentwicklung erlebt, fließt in die Atemgestaltung ein - und dadurch wird der Atem zu einer Art luftförmiger Geste. Und wie wir schon im gewöhnlichen Leben dann, wenn uns die Sprache nicht genügt, der Sprache zu Hilfe kommen durch Gesten, durch Gebärden, wie also Gebärden in sich die Möglichkeit haben, etwas auszudrücken, so wird verinnerlicht die Gebärde namentlich in der im Atem ausgestoßenen Luft als eine Luftgebärde formiert. Und diese Luftgebärde vermittelt ja dann dasjenige, was von der Sprache getragen ist. Aber in dieser Luftgebärde schwingt, webt, west eben der Gedanke - der Gedanke, der abstrakter Ausdruck des Seelenlebens ist.

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