Ansprache zur Eurythmie

GA 277d/1923-07-21/p020 ·1923-07-21 · original (original)
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Und die Dichtung sucht heute krampfhaft nach der Gestaltung des Gefühls, weil wir verloren haben das Gefühl schon in der Sprache. Aber wenn man heute dieses Gefühl wiederum erwecken will, dann muss man die ganze Sprache, ich möchte sagen auf ein höheres Niveau heben, dann muss man für alles dasjenige, was der Mensch sprechen kann, etwas schen wie einen Himmel über dem Sprechen, in dem sich in mächtigen Gestalten auslebt eigentlich dasjenige, was in den menschlichen Seelen lebt. Und wem man dazu kommt, dasjenige nun zu schauen, wovon die Sprache wie eine Abschattung ist, dann ergibt sich einem eine imaginative Sprache, wo die Imaginationen ausgedrückt werden können durch dasjenige, was nun Mikrokosmos ist, was eine kleine Welt ist, was der Mensch ist, der alle Geheimnisse durch seine eigene Gestalt als Raumeswesen zum Ausdrucke bringen kann.

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Cite: GA 277d/1923-07-21/p020 · edition original