Ansprache zur Eurythmie
Dann aber haben wir, wenn wir das, was als Tieferes der Sprache zugrunde liegt, was wir nicht mehr bloß durch die Blutsbewegung, die sich in Zusammenhang stellt mit dem Atem, beim Sprechen ausdrücken können, sondern wenn wir einen Zusammenhang zwischen dem, was gewissermaßen über dem Haupte schwebt, über dem Gedanken, über der abstrakten Sprache, wenn wir das, was als Imagination der Sprache entspricht, wenn wir das ausdrücken wollen, dann brauchen wir nicht nur die Blutbewegung, die ausgeführt wird, wenn wir stillstehen und sprechen, dann brauchen wir dasjenige, wo die Blutbewegung übergeht in den sichtbarlich bewegten Menschen. Und dann bekommen wir für dasjenige, was sonst bloß Luftgebärde ist, wenn wir sprechen - denn wir prägen die Imagination unbewusst in die Luftgebärde hinein -, dann bekommen wir für das sichtbare Gebärden. Und diese sichtbaren Gebärden sind eben Eurythmie.
Cite:
GA 277d/1923-07-21/p022 · edition original