{"corpus":"steiner","locus":"GA 277d/1923-07-22/p021","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Der Dichter empfindet den ganzen Menschen, indem er sich sprachlich auslebt. Und immer wieder und wieder muss ich erinnern an das schöne dichterische Wort: «Spricht die Seele, so spricht, / ach, schon die Seele nicht mehr.» Das gilt für diejenige Sprache, bei der es hauptsächlich auf den Prosagehalt der Sprache abgesehen ist. Diejenige Sprache, die da lebt in dem Plastisch-Koloristischen, das der Laut dem Laute geben kann, das die Lautbehandlung geben kann, diejenige Sprache, die da lebt in dem musikalischen Elemente der Sprache, von der kann gesagt werden: Spricht dadurch die Seele, so versucht gerade die Seele das zu sagen, was sie durch die schon prosaisch gewordene Sprache, unkünstlerisch gewordene Sprache, nicht zu sagen vermag. Das aber gerade ist möglich herauszuholen aus Sprache und Gesang durch die Eurythmie, da die ausdrucksvollsten menschlichen Glieder in Bewegung gebracht werden nicht wie beim Tanz, der ja die weniger ausdrucksvollen menschlichen Glieder - die Beine und Füße - in Bewegung bringt. Die Eurythmie ist kein Tanz, denn sie bringt nicht diese Glieder hauptsächlich in Bewegung, obwohl sie das auch tun muss, aber dadurch keine Verwandtschaft mit dem Tanz hat. Aber in Bezug auf das vorhin Angedeutete ist die bestimmte Formung gerade der Arme und Hände - der ausdrucksvollsten Glieder der menschlichen Organisation - die entsprechende sichtbare Sprache.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Ansprache zur Eurythmie","site_heading":null,"date":"1923-07-22","location":null,"word_count":213,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/277d/1923-07-22/p021","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/277d/1923-07-22/p021"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/277d/1923-07-22/p021","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"other_renderings":{"loci":[{"locus":"GA 277/1923-07-22","ga":"277","lecture":"1923-07-22","kind":"reprint","relation":"the same text served under another volume (a reprint or another edition)"}],"note":"The same lecture is also served at the loci listed, each with how it relates to this one. They are ONE witness, not independent attestations: quote the rendering you fetched, and do not cite another as corroborating it. Wording differs between translations, so a quotation found in one need not occur in the other."}}