Ansprache zur Eurythmie

GA 277d/1923-07-29/p006 ·1923-07-29 · original (original)
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In der Sprache - wie überhaupt in jeder Offenbarung des Menschen - wirkt der ganze Mensch, der ganze Mensch, wenn wir ihn seelisch betrachten, als denkendes, fühlendes, wollendes Wesen. Sehen wir auf die Sprache hin, dann bietet sie in ihrer ganzen Offenbarung ein entschiedenes Übergewicht des Denkens, des Vorstellens. Sie ist daher auch dasjenige, was - wenn man so sagen möchte - aus dem menschlichen Inneren herausgeht und die sozialen Zusammenhänge eigentlich bildet. Das aber auch führt dazu, dass die Sprache auf der einen Seite der Ausdruck wird der abstrakten Erkenntnis und dadurch der Gefahr des Unkünstlerischen ausgesetzt ist - denn der Gedanke ist immer unkünstlerisch -, dass dadurch die Sprache auf der anderen Seite in das Konventionelle verfällt, in den reinen Nützlichkeitscharakter hinein, was wiederum ein Unkünstlerisches ist.

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