{"corpus":"steiner","locus":"GA 277d/1923-07-29/p010","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wenn wir dann mehr zurückgehen ins Innere der menschlichen Natur, da, wo der Mensch in seinem eigentlich[en] Seelischen die große Welt, das Universum miterlebt, mehr in einem inneren Wellen und Weben - da entsteht das musikalische Element. Und dieses musikalische Element offenbart sich durch den Menschen selber im Gesanglichen. Wenn in der Sprache das Vorstellungselement bevorzugt wird, wird in dem Musikalischen das Gefühlselement bevorzugt. Nun ist der Wille etwas außerordentlich Verborgenes in der Menschennatur. Wenn der Mensch vorstellt, lebt er sozusagen in der Vorstellung. Die Vorstellung ist lichtvoll, die Vorstellung ist in sich klar. Das Gefühl wird schon dunkler, es hat schon etwas Traumhaftes. Wille ist sozusagen etwas, was dem Menschen so unbekannt bleibt wie die Zustände des Seelischen im traumlosen Schlafe vom Einschlafen bis zum Aufwachen. Man hat eigentlich, wenn man einem Willensimpulse sich hingibt, nur den Anfang und das Ende: Den Anfang in der Vorstellung, die Absicht ist, dies oder jenes zu vollbringen, das Ende, die Gestaltung der Bewegungsorgane zu Nützlichkeitszwecken in der Welt. Dasjenige aber, was im Menschen vorgeht, und was den eigentlichen Willensimpuls aus dem innersten tiefen Wesen des Menschen herausholt, das bleibt dem Menschen für das wache Bewusstsein unbekannt wie eben dasjenige, was im Schlafe vorgeht.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Ansprache zur Eurythmie","site_heading":null,"date":"1923-07-29","location":null,"word_count":201,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/277d/1923-07-29/p010","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/277d/1923-07-29/p010"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/277d/1923-07-29/p010","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}