Ansprache zur Eurythmie

GA 277d/1923-07-29/p015 ·1923-07-29 · original (original)
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Wird eine Dichtung rezitiert oder deklamiert, wird - insbesondere bei Deklamation und Rezitation, wie das sein muss, anders kann man das gar nicht machen, [als] die Eurythmie zu begleiten [mit] Rezitation und Deklamation -, wird insbesondere die Deklamation und Rezitation, wie ja das heute nicht ganz sofort verständlich ist in einem unkünstlerisch empfindenden Zeitalter - Frau Doktor Steiner hat es jahrelang ausgebildet, währenddem sonst einfach prosaisch pointiert, einfach pointiert wird im Deklamieren und Rezitieren das Prosaische -, wird schon im Deklamieren und Rezitieren hier die innere Eurythmie betont, gewissermaßen als dasjenige, was im Untergrunde der Sprache [als] Webendes vorhanden ist. Dann ist einfach das Andere, der Wille und auch das Gemüt, das in Arme und Hände hineingeht, ich möchte sagen wie durch ein anderes Instrument ausgedrückt dasjenige, was der Dichter in sich lebend hat, wenn er dichterisch, künstlerisch schafft. Man hat also ein orchestrales Zusammenwirken zwischen demjenigen, was rezitiert und deklamiert wird und demjenigen, was auf der Bühne zutage tritt in der Eurythmie. Dasjenige, möchte ich sagen, was der Dichter hineingeheimnissen muss in die Sprachbehandlung, das wird offenbar gemacht durch dasjenige, was in der Eurythmie zur Offenbarung kommt.

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Cite: GA 277d/1923-07-29/p015 · edition original