{"corpus":"steiner","locus":"GA 277d/1923-07-29/p018","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Dagegen wird jeder, der ästhetisches Gefühl hat, nicht herumkommen, jemandem mit einem gewissen Wohlgefallen oder Missfallen anzuschauen, je nachdem er graziös oder schön, zurückhaltend, gierig mit seinen Fingern irgendetwas begreift, irgendwie erfasst. Es ist so, dass wir sozusagen den ganzen Menschen erkennen an der Art und Weise, wie er die Gabel ergreift, wie er eine Birne ergreift am Tisch und dergleichen. Es ist ein ungeheurer Unterschied, ob der Mensch eine Birne mit den Fingern erschnappt, oder ob er die Birne mit den Händen umfasst. Es ist eine ungeheure Ausdrucksfähigkeit gerade in demjenigen, was von der menschlichen Hand kommt. In dieser Beziehung muss man nur empfänglich sein für solche Dinge. Wenn ich ein Paradoxon sagen darf, so möchte ich sagen: Ich habe ja in den verschiedenen Artikeln gezeigt, wie sehr ich den jüngst, vor ein paar Jahren in Zürich verstorbenen Franz Brentano schätze und liebe. Es drängt mich oftmals die besondere Art und Weise zu betonen, wie dieser Mann das Blatt gehalten hat bei seinen Vorlesungen, auf dem er die Notizen für seine Vorlesungen hatte: Merkwürdig einzig die Stellung dieses Philosophen in der geistigen Welt zeigend ist [die] Art und Weise, wie er mit seinen Fingern ein Blatt Papier hielt. Das gilt natürlich in einem gewissen Sinne für jeden Menschen. In der Sprache des Mundes kann man sich verstellen; in der Sprache der Finger, Hände, Arme, ist es unmöglich, sich zu verstellen, weil dies beim Menschen unbewusst bleibt. Wer dies studiert, kommt darauf, dass eigentlich die menschliche Wesenheit viel klarer, viel lichtvoller durch Arme und Hände sprechen kann als durch den Mund. Es ist so!","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Ansprache zur Eurythmie","site_heading":null,"date":"1923-07-29","location":null,"word_count":264,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/277d/1923-07-29/p018","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/277d/1923-07-29/p018"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/277d/1923-07-29/p018","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}