Vortrag zur Eurythmie
Und so ist es bei jeder Art Kunst. In dem Augenblick, wo innerhalb der Menschheitsentwicklung diese Kunst auf der Höhe steht -und es gibt ja in der Menschheitsentwicklung auf der Erde immer solche Epochen, in denen das Spirituelle mehr als in anderen Epochen herunterkommt aus den geistigen Welten, in denen sozusagen die Menschen aufgefordert werden, durch die Fenster, die in das Spirituelle hineingehen, hineinzublicken und dasjenige, was in spirituellen Welten lebt, hinunterzutragen auf die Erde. Damit nehmen die Künste ihren Anfang. Es folgen dann immer mehr naturalistisch geartete Zeitalter, in denen entwickelt sich das Epigonenhafte der Künste manchmal zu größerer äußerer formeller Vollkommenheit, als die betreffende Kunst bei ihrem Ausgangspunkte hatte, aber bei ihrem Ausgangspunkte hat die Kunst den lebendigeren, kraftvolleren, enthusiastischeren spirituellen Impuls. Da hat sie ihre wahre Realität, ihre wahre, aus dem ganzen Menschen herauskommende Praktik, die nicht bloß eine Praktik sein kann des äußerlichen formellen Schaffens, sondern wie eine Praktik sein muss des Physischen, Seelischen und Geistigen.
Cite:
GA 277d/1923-08-26/p010 · edition original