Vortrag zur Eurythmie

GA 277d/1923-08-26/p036 ·1923-08-26 · original (original)
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Goethe hat mit seinen Schauspielern seine Jambendramen wie ein Kapellmeister mit dem Taktstock einstudiert, wie ein Kapellmeister seine Musikstücke studiert mit seiner Kapelle, weil es ihm nicht ankam auf den bloßen Prosagehalt, sondern auf das Herausarbeiten desjenigen, was durch eine geheime Eurythmie in der Sprachbehandlung, Sprachgestaltung lag. Schiller hatte bei seinen berühmtesten Gedichten gar nicht den Prosainhalt im Sinne. Da hätte meinetwillen «Das Lied von der Glocke» entstehen können, aber auch ein ganz anderes Gedicht - seinem Inhalte nach. Denn zuerst hatte er ein unbestimmtes melodiöses Motiv, das er in der Seele erlebte, etwas Musikalisches, daran wie Perlen um einen Kettenfaden gelegt die Worte. So [fädelte] er die Prosaworte an die musikalischen Motive.

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