Vortrag zur Eurythmie

GA 277d/1923-08-26/p048 ·1923-08-26 · original (original)
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Sodass man also sagen kann: In der Gestaltung der Bewegung liegt dasjenige, was mehr eben bloß der Ausdruck ist für das, was die Seele durch die sichtbare Sprache sagen will. Wie aber die Worte auch ihren Timbre, ihren besonderen Ton haben durch das Gefühl, das da drinnen ist, so wird die Bewegung durch die Art und Weise wie Furcht, wenn sie im Satze zum Ausdrucke kommt, Freude, Entzücken zum Ausdrucke kommt, so wird das von dem Eurythmisierenden in die Bewegung hineingelegt. Und das kann er dann, wenn er sich des Schleiers bedienen kann, durch das wellende Bewegen, Heben, Senken und so weiter des Schleiers zum Ausdrucke bringen. Sodass die vom Schleier begleitete Bewegung die gefühlsmäßige Bewegung ist. Und die von der inneren Muskelspannung begleitete Bewegung ist die Bewegung, die den Charakter in sich trägt. Wenn der Eurythmisierende in der richtigen Weise seine Muskeln spannt ‚oder lässig lässt, so geht das in der Empfindung über auf den Zuschauer, und man empfindet tatsächlich dasjenige, was einem gar nicht interpretiert zu werden braucht, tatsächlich dasjenige, was nach Charakter, Gefühl und Bewegung in der eurythmischen Sprache liegen kann.

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Cite: GA 277d/1923-08-26/p048 · edition original